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28 Apr 2009

“Hilfe, warum ich?” (1)

hilfeFast täglich passiert es mir, daß mich Kunden, Freunde oder Bekannte wegen Lappalien anrufen, die man locker über Google hätte rausbekommen können. Manchmal ärgert es mich, denn meine Zeit ist oft sehr knapp, weil ich Abgabetermine im Nacken habe. Es kostet mich gerade dann ein hohes Maß an Disziplin ruhig zu bleiben, vor allem wenn ein Kunde am Telefon ist, der offenbar gerade das erste mal im Leben einen Computer gestartet hat. Ich merke dann bereits im ersten Satz was mir in den nächsten 10 Minuten abverlangt wird. Ich nenne es “auf Scherben krabbeln”…

Hallo Frau M. (Name geändert ;-) )  - haben sie die Reinzeichnung bekommen? 
Nein – deswegen rufe ich an! 
Ach, was ist denn schief gelaufen?
 
In der email war nichts…

Ja das stimmt – ich hatte ihnen einen link zum Download der Reinzeichnung geschickt  da diese etwas zu groß für ihren Mail-Akkount ist! 
Und was soll ich mit dem link machen?
Klicken Sie drauf ! 
Hab ich schon – aber es passiert nichts!
 Mmm, kopieren sie den link und öffnen ihn mit ihrem Browser! 
Können sie das nicht für mich machen? <- Vorsicht – Point of no return!
Das nützt ihnen nichts – ich hab die Datei ja schon! (Kundin stöhnt)
Wo liegt denn das Problem?
 
Was muß ich machen?

So Steffen: runter auf die Knie! #Scherben #Krabbeln: 
Kopieren sie den link und öffnen ihn mit ihrem Browser! 
Was soll ich öffnen?
Ihren Browser! Explorer, Firefox… 
Wo find ich den?
Kurze Stille – ich muss durchatmen: Auf Ihrem Rechner! 
Und wo?
Haben sie keinen Kollegen der ihnen hilft? 
Mein Mann kommt erst am Freitag! 
(ich weis nicht wie ich hier wieder rauskommen will)
Womit surfen sie denn im Internet? 
Das ist normalerweise immer alles auf, aber jetzt war ein Neustart…  
(eine erste Kullerträne läuft mir über die Wange – warum ich?)
Schauen Sie doch mal unter “Programme” 
Können sie mir die Datei nicht einfach per email schicken?
Hab ich – die mail kommt aber immer wieder zurück, weil sie so große Dateien nicht empfangen können! 
Da muß ich mal meinen Mann fragen…
Ok – wir kommen ja so nicht weiter! 
… 

Mir passiert so was ständig (Siehe Artikel: Wie sag ichs dem Kunden?)! Wie geht ihr mit solchen Situationen um? Bleibt Ihr gelassen und versucht dem Kunden zu helfen oder treibt es Euch auch den Schweiss auf die Stirn? Ich kann jedenfalls immer recht schwer mit solchen Situationen umgehen, weil ich das Gefühl habe mein Gegenüber ist in erster Linie nur zu faul zum denken! Bin echt gespannt auf Eure Kommentare!
 

 

 

Ich freue mich über Kommentare!

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4 Responses to ““Hilfe, warum ich?” (1)”

  1. Carsten Knobloch meint:

    Willkommen in meiner Welt. Ja, ich gebe dir Recht. In den meisten Fällen denken viele Menschen (ich habe mit Kunden nicht zu tun) einfach nicht mit. Quasi nach dem Motto: Der ist der Experte, ich stell mich einfach mal dumm. Furchtbar. Wie man da raus kommt? Ich log’ mich dann bei den Leuten per Teamviewer ein. Wenn sie das nicht wollen – Pech gehabt – googlen ;)

  2. bee meint:

    Oh das kenne ich. Mittlerweile kann ich die Antworten auf Standardfragen auswendig (etwa: Wie mache ich einen Screenshot und maile ihn Ihnen zu?). Da hab ich eine stoische Ruhe entwickelt und spule das Programm einfach runter. Demnächst schreibe ich vielleicht mal ein Kurzhandbuch dafür.

    Mein absolutes Highlight war jedoch dieser Wortwechsel:
    Kunde: Ich kann keine pdf-Dateien mehr öffnen.
    Ich: Ich habe es geprüft, die Dateien funktionieren. Haben Sie den aktuellen Acrobat Reader installiert?
    Kunde: Bitte kümmern Sie sich darum.

  3. schuehsch meint:

    Die stoische Ruhe von bee kenne ich gut, habe ich mir auch angewöhnt. Wenn man selbstständig arbeitet und eben auch den Kundenkontakt hat, kommt man da nicht drumherum.

    Oft habe ich das Glück, dass die Kunden so nah wohnen und ich sie sowieso häufiger live treffe, dass ich dann oft Termine in ihrem Büro vereinbare und noch schnell Firefox und den Acrobat Reader installiere. Dann klappts auch etwas leichter mit dem Dateienöffnen. Aber das geht natürlich nur bei einem sehr entspannten Verhältnis…

  4. Stefan meint:

    Oh, das kenne ich nur zu gut. Manchmal (nicht unbedingt bei Kunden, sondern eher bei Freunden oder Familie) frage ich schon mal gleich zu Beginn: “Hast Du schon mal bei Google gesucht?” – “Nö!” – Dann schau doch da erst mal, ich weiss es jetzt gerade auch nicht ganz so genau.

    Oder kurz selbst googlen und den link einfach per E-Mail verschicken. Damit nix schief geht, zum Nachlesen.

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